Confiserie-Unternehmen arko GmbH beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

  • Umsatzeinbrüche in der Coronakrise
  • Geschäftsbetrieb in Zentrale und allen 135 Filialen wird fortgeführt
  • Dr. Tjark Thies ist vorläufiger Sachwalter

 

Hamburg, 18. Januar 2020 | Die arko GmbH aus dem schleswig-holsteinischen Wahlstedt, ein Unternehmen der Deutschen Confiserie Holding GmbH (DCH-Gruppe), hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Dem folgte das zuständige Amtsgericht Norderstedt und bestellte Rechtsanwalt Dr. Tjark Thies von der Kanzlei REIMER zum vorläufigen Sachwalter.

Für die zwei weiteren Unternehmen der DCH-Gruppe, J. Eilles GmbH & Co. KG und Hussel GmbH, wurde ebenfalls Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Als vorläufiger Sachwalter wurde Dr. Dietmar Penzlin von der Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin eingesetzt. Alle drei Gesellschaften der DCH-Gruppe werden von Dr. Rainer Eckert und Markus Kohlstedt von der Kanzlei ECKERT begleitet.

Der Geschäftsbetrieb der DCH-Unternehmen wird uneingeschränkt fortgeführt. Die Gehälter der insgesamt rund 1.600 Beschäftigten sind vorerst durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Die Corona-Beschränkungen haben bei der arko GmbH zu massiven Umsatzeinbußen geführt. Zwar durften die Ladengeschäfte im zweiten Lockdown geöffnet bleiben. Dennoch blieben die Verkäufe wegen der kaum frequentierten Einkaufsstraßen und Shopping-Center weit hinter denen der Vorjahre zurück. Erschwerend kommt hinzu, dass die arko GmbH keine staatlichen Corona-Hilfen erhält, da das Unternehmen als Lebensmittelhändler gilt und daher von den Schließungsanordnungen nicht betroffen ist.

Die DCH-Gruppe betreibt bundesweit rund 350 eigene Filialen, davon etwa 135 arko-Läden. Damit ist sie flächenmäßig Deutschlands größter Confiserie-Fachhändler. Hinzu kommen weitere Filialen in Österreich, 46 Franchisebetriebe in Deutschland und Tschechien sowie rund 4.000 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel und Bäckereien. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro.

Die Sanierungsberater Dr. Rainer Eckert und Markus Kohlstedt von ECKERT Rechtsanwälte rechnen schon im Frühsommer mit der Vorlage eines Insolvenzplans. Maßgeblich wird hierfür jedoch der weitere Verlauf der Pandemie und die sich daraus ergebenden Beschränkungen sein. Doch auch REIMER-Sanierungsexperte Thies ist zuversichtlich: „Das deutsche Insolvenzrecht bietet auch in der Corona-Krise sehr wirksame Instrumente, finanziell angeschlagene Unternehmen zu retten. Diese Chance sehe ich auch für die arko GmbH“, sagt Thies.

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