Niro Petersen GmbH im vorläufigen Insolvenzverfahren
- Arno Doebert von REIMER als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt
- Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter
- Sanierung mit Unterstützung von Geschäftsführung und rechtlicher Beratung geplant
Flensburg, 28. August 2025 | Die Niro Petersen GmbH hat am 26. August 2025 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Flensburg eingereicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Arno Doebert von der Kanzlei REIMER bestellt.
Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird uneingeschränkt fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der 15 Beschäftigten werden über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. Ziel ist es, im Rahmen eines Insolvenzplans oder einer Investorenlösung eine nachhaltige Sanierung umzusetzen und die Zukunftsfähigkeit von Niro Petersen zu sichern.
Der vor 60 Jahren gegründete Flensburger Betrieb ist ein führender Hersteller für Edelstahlbeschläge im Yacht- und Bootsbereich und arbeitet zudem als Lohnfertiger eng mit Industriepartnern aus dem nicht-maritimen Bereich zusammen. Die Sturmflut im Oktober 2023 hatte das im Flensburger Hafengebiet gelegene Firmengelände vollständig überflutet. Maschinenschäden, Aufräumarbeiten, Produktionsausfälle und ein erforderlicher Umzug hatten damals zu erheblichen finanziellen Belastungen geführt. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren eine gesunkene Nachfrage nach Sportbooten, die Verzögerung eines fest eingeplanten Großauftrags aus dem Megayacht-Bereich sowie ein hoher Wettbewerbsdruck durch asiatische Ausrüster von Serienyachten.
Der nun eingeleitete Sanierungsprozess zielt darauf ab, Strukturen an das Marktumfeld anzupassen und die Produktpalette strategisch weiterzuentwickeln. „Niro Petersen verfügt über eine große handwerkliche Kompetenz und eine breite Produktpalette. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werde ich die Sanierungsoptionen prüfen, um den Betrieb zu stabilisieren und zukunftsfähig auszurichten“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Arno Doebert.
Rechtsanwalt Hans Köster von der Kanzlei DanTax Legal, der die Geschäftsführung rechtlich begleitet, ergänzt: „Unser Ziel ist es, die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Geschäftspartnern mit einer tragfähigen Lösung zu verbinden. Das Insolvenzrecht stellt dafür wirkungsvolle Instrumente zur Entlastung von Verbindlichkeiten, zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und zur Vorbereitung einer nachhaltigen Neuaufstellung bereit.“